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	<title>Der Mordfall Hinterkaifeck</title>
	<link>http://www.hinterkaifeck.net</link>
	<description>Auf den Spuren eines ungeklärten Verbrechens</description>
	<pubDate>Tue, 28 Oct 2008 20:42:20 +0000</pubDate>
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	<language>en</language>
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		<title>▪ Die Wetterlage M&#228;rz/April 1922</title>
		<link>http://www.hinterkaifeck.net/2008/02/06/die-meteorologische-wetterlage-maerzapril-1922/</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Feb 2008 07:44:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Dokumente]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier ein &#220;berblick &#252;ber die Wetterlage im M&#228;rz/April 1922 gem&#228;ss einer Reanalyse nach den Datens&#228;tzen des Deutschen Wetterdienstes - einen Dank an ´Jaska´ f&#252;r ihre Bem&#252;hungen bei der Recherche. Die Ausf&#252;hrungen sollen eine Ann&#228;herung an die damalige Wetterlage im Raum des n&#246;rdlichen Oberbayern darstellen. Daten gibt es speziell f&#252;r diesen Raum nicht, eventuell k&#246;nnen in der Zukunft noch Wetteraufzeichnungen etwa [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[ 		<p>Hier ein &#220;berblick &#252;ber die Wetterlage im M&#228;rz/April 1922&#160;gem&#228;ss einer&#160;Reanalyse nach den Datens&#228;tzen des Deutschen Wetterdienstes &#8211; einen Dank an &#180;<em>Jaska&#180;</em> f&#252;r ihre Bem&#252;hungen bei der Recherche.&#160;Die Ausf&#252;hrungen sollen eine Ann&#228;herung an die damalige Wetterlage im Raum&#160;des n&#246;rdlichen Oberbayern darstellen. Daten gibt es&#160;speziell f&#252;r diesen Raum nicht, eventuell k&#246;nnen in der Zukunft noch Wetteraufzeichnungen etwa von Pfarrern oder Lehrern aus&#160;dieser Gegend&#160;aufgefunden werden.&#160;</p>

	<p>Der M&#228;rz beginnt sehr mild und sonnig. Am <strong>7. M&#228;rz</strong> werden tags&#252;ber fast 14&#176;C erreicht. Die Temperaturen bleiben&#160;auch nachts deutlich &#252;ber 0&#176;. Au&#223;er auf den Bergen in Bayern gibt es&#160;keine geschlossene Schneedecke mehr.</p>

	<p>Vom <strong>8. auf den 9. M&#228;rz</strong> bringt eine Kaltfront wenig Niederschlag aber deutlich k&#252;hlere Luft mit sich. Tagesh&#246;chsttemperaturen um 5&#176;C, es herrscht leichter Nachtfrost.</p>

	<p>Ab <strong>12. M&#228;rz</strong> kurzzeitiger Hochdruckeinfluss, der mit steigenden Temperaturen einhergeht. Sonniges Wetter, tags&#252;ber 12&#176;C, kein Nachtfrost.</p>

	<p>Am <strong>15. M&#228;rz</strong> Zustrom k&#252;hlerer Luft aus Skandinavien. Tags&#252;ber um 10&#176;C, nachts um 0&#176;C, kein Niederschlag.</p>

	<p><strong>19. M&#228;rz</strong>: sehr mild mit maximal 12&#176;C .</p>

	<p>Am <strong>20. M&#228;rz</strong> tritt eine abrupte Umstellung der Wetterlage ein, innerhalb von 24 Stunden k&#252;hlt es um 10 &#176;C ab, es ist windig und in Alpenn&#228;he fallen 20 Liter/m&#178; Regen pro 24h.</p>

	<p>Ab <strong>22. M&#228;rz</strong> einheitliche Eistage, die Temperaturen liegen ganzt&#228;gig unter dem Gefrierpunkt. T&#228;glicher (geringer) Niederschlag l&#228;sst&#160;bis zum <strong>29.</strong> <strong>M&#228;rz</strong> eine geschlossene&#160;Schneedecke entstehen. <em>Von Allmystery-Userin &#180;Jaska&#180;wird eine Schneeh&#246;he von 15cm f&#252;r wahrscheinlich gehalten.</em></p>

	<p>Ab <strong>31. M&#228;rz</strong> klettern die Maximumtemperaturen wieder &#252;ber 0&#176;C, nachts um 1 bis 2&#176;C unter Null.</p>

	<p>Am <strong>02. April</strong> sehr ungem&#252;tlich mit anhaltendem Schnee-/Schneeregen (2&#176;C).</p>

	<p>Am <strong>03./04. April</strong>: milde 8&#176;C und t&#228;glich 3mm Nieselregen, wahrscheinlich keine geschlossene Schneedecke mehr.</p>

	<p><!--adsensestart--></p>
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		<item>
		<title>▪ Interview mit K.M&#252;ller am 10.11.2007</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Nov 2007 11:16:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Dokumente]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf Bayern 1 gab es am 10.11.2007 ein Interview mit dem Kriminalhauptkommissar a.D. Konrad M&#252;ller aus Ingolstadt, der sich seit &#252;ber 30 Jahren mit dem Fall besch&#228;ftigt.

Das Interview: [MEDIA=5]

Wer ist Konrad M&#252;ller?

  Konrad M&#252;ller in der N&#228;he von Hinterkaifeck  [myginpage=konrad_mueller]

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In der S&#252;ddeutschen Zeitung konnte man im Fr&#252;hjahr 2007 einen interessanten Artikel &#252;ber Konrad M&#252;ller lesen:

Wie ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[ 		<p>Auf Bayern 1 gab es am 10.11.2007 ein Interview mit dem Kriminalhauptkommissar a.D. Konrad M&#252;ller aus Ingolstadt, der sich seit &#252;ber 30 Jahren mit dem Fall besch&#228;ftigt.</p>

	<p>Das Interview:

	<p><strong><em>Wer ist Konrad M&#252;ller?</em></strong></p>

	<p>&#160;<img src="http://www.hinterkaifeck.net/wp-content/uploads/2007/11/konrad-mueller.jpg" alt="konrad-mueller.jpg" />&#160;<em>Konrad M&#252;ller in der N&#228;he von Hinterkaifeck</em>&#160; <div class="mypicboxentry"><div class="mypictureentry" style="width: 300px"><div class="mypictureentryborder" style="width: 300px"><a rel="lightbox" href="http://www.hinterkaifeck.net/wp-content/myfotos/konrad_mueller/aquarell_mueller.jpg" id="bmgkonrad_mueller" title=""><img class="mypictureentryimg" src="http://www.hinterkaifeck.net/wp-content/myfotos/konrad_mueller/aquarell_mueller.jpg" id="mgkonrad_mueller" alt="" title="" width="300" height="210" /></a></div></div><div class="myfooter"><span class="nottransparent" id="mgkonrad_muellerft">M&#252;ller’s selbst gemaltes Aquarell von Hinterkaifeck</span></div><div class="mypicsgalleryentry"><a  href="javascript:changePicture('http://www.hinterkaifeck.net/wp-content/myfotos/konrad_mueller/aquarell_mueller.jpg','mgkonrad_mueller','',300,210,'picid103')"  title=""><img class="mygallpicentry" width="100" height="70" src="http://www.hinterkaifeck.net/wp-content/myfotos/konrad_mueller/tumbs/tmb_aquarell_mueller.jpg" alt="" title="" /></a><span style="display: none;" id="picid103">M&#252;ller’s selbst gemaltes Aquarell von Hinterkaifeck</span><a  href="javascript:changePicture('http://www.hinterkaifeck.net/wp-content/myfotos/konrad_mueller/reuthaue.jpg','mgkonrad_mueller','',300,208,'picid102')"  title=""><img class="mygallpicentry" width="100" height="69" src="http://www.hinterkaifeck.net/wp-content/myfotos/konrad_mueller/tumbs/tmb_reuthaue.jpg" alt="" title="" /></a><span style="display: none;" id="picid102">Die von M&#252;ller nachkonstruierte Mordwaffe</span></div></div></p>

	<p>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~</p>

	<p>In der S&#252;ddeutschen Zeitung konnte man im Fr&#252;hjahr 2007 einen interessanten Artikel &#252;ber Konrad M&#252;ller lesen:</p>

	<p><strong>Wie ein pensionierter Kommissar nicht ruht, das Geheimnis zu l&#252;ften</strong></p>

	<p><em>Von Uwe Ritzer (SZ)</em></p>

	<p>Hinterkaifeck, Ende Dezember &#8211; Die Spuren lassen ihn nicht los, nicht die Widerspr&#252;che und vor allem nicht das Schicksal der beiden Kinder. C&#228;zilia muss einen besonders qualvollen Tod gestorben sein. Ihrem kleinen Bruder, den Gro&#223;eltern, der Mutter und der Magd hat der M&#246;rder die Sch&#228;del so blitzschnell eingeschlagen, dass sie sofort zusammensackten. C&#228;zilia aber, die wand sich zwei, vielleicht sogar drei Stunden lang unter grausamsten Schmerzen. Als der Gerichtsmediziner ihren Leichnam obduzierte, musste er kr&#228;ftig zupacken, um die Haare aus der verkrampften rechten Hand zu nehmen, die sich das M&#228;dchen b&#252;schelweise ausgerissen hat, im verzweifelten Kampf um sein Leben.</p>

	<p>&#8222;Ich w&#228;re so gern als Sachbearbeiter am Tatort gewesen&#8220;, sagt Konrad M&#252;ller. Die Leichen h&#228;tte er aus ihrem Heuversteck ziehen und aus der N&#228;he begutachten k&#246;nnen. Akribisch h&#228;tte er nach Spuren gesucht. F&#252;hren wirklich Fu&#223;abdr&#252;cke im Schnee vom Waldrand zum Bauernhof hin, aber nicht mehr weg? Spricht tats&#228;chlich etwas daf&#252;r, dass der oder die M&#246;rder schon vor ihrem Verbrechen tagelang unbemerkt auf dem Heuboden gegessen, geschlafen und sogar ihre Notdurft verrichtet haben? Waren die Dachziegel des Stadels so verrutscht, dass man durch die Luke bequem das Haus und seine Bewohner auskundschaften konnte? Ist es wahr, dass der oder die Killer nach dem Gemetzel noch ein paar Tage lang die K&#252;he gef&#252;ttert, gemolken und Vorr&#228;te der Opfer verzehrt haben?</p>

	<p>Fragen &#252;ber Fragen &#8211; und wer k&#246;nnte sie besser aufkl&#228;ren als ein Kriminaler? Einer, der keine Ruhe gibt, bis er alle Geheimnisse gel&#252;ftet hat. Einer, der wei&#223;, wie man Spuren an einem Tatort sammelt, Eindr&#252;cke registriert und so lange geduldig und beharrlich nach kombinierbaren Fakten sucht, bis man Motiv, T&#228;ter und Beweise gefunden hat. Da braucht es jemanden mit Know-How, Leidenschaft, aber vor allem mit Zeit. Von all dem hat der Kriminalhauptkommissar a.D. Konrad M&#252;ller reichlich. Doch er ist zu sp&#228;t geboren. 67 Jahre ist er alt, und so tut er sich schwer damit, einen der mysteri&#246;sesten F&#228;lle deutscher Kriminalgeschichte zu l&#246;sen, der 13 Jahre vor seiner Geburt geschah.</p>

	<p>Es st&#252;rmte, regnete und schneite zugleich in den Stunden vom 31. M&#228;rz auf den 1. April 1922. Vermutlich hat jemand in dieser Nacht eine Kuh losgebunden, und deren Br&#252;llen und Rumpeln k&#246;nnte es gewesen sein, was sie nacheinander in den stockdunklen Stall gelockt hat. Zuerst schaut die Mutter der kleinen C&#228;zilia nach, die 35 Jahre alte verwitwete Viktoria Gabriel. Als sie nach einer Viertelstunde nicht zur&#252;ck in der Stube ist, schlurft ihre 72- j&#228;hrige Mutter hinterher. Der Alten folgt nach einiger Zeit ihr Mann Andreas (63). Und als auch er wegbleibt, l&#228;uft die kleine C&#228;zilia in ihrem Nachthemdchen in den Stall. Sie wird als letzte niedergeschlagen, ehe der oder die M&#246;rder ins Haus hin&#252;bergehen. Dort treffen die wuchtigen Hiebe die gehbehinderte Magd Maria Baumgartner (45) in ihrer Kammer vor dem Bett; erst ein paar Stunden vorher hat sie ihren Dienst auf dem Hinterkaifeck-Hof angetreten. Als letzter stirbt der zweij&#228;hrige Josef in seinem Kinderbettchen &#8211; als einziger im Schlaf.</p>

	<p>Zwar wundert sich in den Tagen darauf der Dorfschullehrer, warum C&#228;zilia unentschuldigt im Unterricht fehlt, und auch dem Postboten, der dem alten Gruber immer das Schrobenhausener Wochenblatt vorbeibringt, kommt der verrammelte Hof seltsam vor. Aber erst nachdem der Hofner Albert, ein kr&#228;ftiger Kerl von 20 Jahren, in dem benachbarten Dorf Gr&#246;bern erz&#228;hlt, wie unheimlich es gewesen sei, stundenlang den Motor der Hinterkaifecker Futterschneidmaschine zu reparieren, ohne dass auch nur ein einziger Hofbewohner auftaucht, schauen die Gr&#246;bener nach. Ortsf&#252;hrer Lorenz Schlittenbauer und zwei Nachbarn finden die sechs Leichen. Vier Tage nach dem Blutbad.</p>

	<p>...</p>

	<p><em>Detaillierte Protokolle</em></p>

	<p>Der hagere Mann mit der grauen Kurzhaarfrisur sitzt am Esstisch seines Einfamilienhauses in einem Vorort von Ingolstadt und bl&#228;ttert unabl&#228;ssig in prall gef&#252;llten Aktenordnern. Acht St&#252;ck hat er davon. Darin heftet er seit Jahrzehnten penibel alles ab, was n&#252;tzlich sein k&#246;nnte, um im Fall Hinterkaifeck ein Urbed&#252;rfnis des Menschen zu stillen: das nach S&#252;hne. Alte Ermittlungsakten hat er kopiert, Zeitungsausschnitte gesammelt und selbst dutzende Menschen vernommen. Ein paar Zeitzeugen hat er noch pers&#246;nlich gesprochen; heute lebt von denen keiner mehr. Aber ihre Kinder, Kindeskinder und andere, die etwas wissen k&#246;nnten, leben noch. &#220;ber all seine Gespr&#228;che hat Konrad M&#252;ller detaillierte Protokolle verfasst. Er hat die Aussagen verglichen und Sachstandsberichte zu einzelnen Tatkomplexen geschrieben und sogar die Mordwaffe exakt nachgebaut: eine Reuthaue, eine Art Hacke f&#252;r die Feld- und Waldarbeit. Sogar jene d&#252;nne hervorstehende Schraube hat er nachgebaut, mit der der alte Gruber unfachm&#228;nnisch das Eisenteil am Ende des Holzstiels befestigt und das ihm und seiner Familie die Sch&#228;del gespalten hat.</p>

	<p>Als M&#252;ller, ein hagerer Mann, noch Tatortermittler bei der Ingolst&#228;dter Kripo war, hat ihn der Fall Hinterkaifeck dienstlich nie offiziell besch&#228;ftigt. Doch irgendwann wurde seine Leidenschaft geweckt. Es m&#252;sste das Geheimnis doch zu l&#246;sen sein, sagte er sich, heute, wo manchmal winzige Fasern oder <span class="caps">DNA</span>-Spuren ausreichen, einen T&#228;ter zu &#252;berf&#252;hren. Wo Experten vom Insektenbefall einer Leiche und ihrem Verwesungsgrad auf die Todesumst&#228;nde schlie&#223;en k&#246;nnen. Wo Kriminalisten mit dem Einsatz von allerlei High-Tech auch sehr lange zur&#252;ckliegende und als unl&#246;sbar geltende Mordf&#228;lle aufkl&#228;ren. Warum also nicht auch jene d&#252;stere Geschichte von Brutalit&#228;t, Hass, Blutschande und vielleicht auch Rache, die sich vor 80 Jahren auf einem Ein&#246;dhof im n&#246;rdlichen Oberbayern abgespielt hat? So st&#252;rzte sich Konrad M&#252;ller also in diesen Fall &#8211; und auch heute, nach sieben Jahren Ruhestand, kommt er davon nicht los.</p>

	<p>Wie w&#228;re es wohl gelaufen, wenn damals Konrad M&#252;ller die Ermittlungen gef&#252;hrt h&#228;tte und nicht Georg Reingruber? Der damalige Oberinspektor aus M&#252;nchen war mit der Aufkl&#228;rung politischer Fememorde in jenen unruhigen Zeiten zwischen den Kriegen mehr als genug besch&#228;ftigt, als zu allem &#220;berfluss auch noch dieser sechsfache Mord passierte, irgendwo drau&#223;en in der Provinz bei Schrobenhausen. Reingruber fuhr hin, und wie er, die Amtsperson aus der Gro&#223;stadt, da so im schwarzen Gehrock herumstolzierte, wirkte er allein schon &#228;u&#223;erlich als Fremdk&#246;rper inmitten der einfach gekleideten Landbev&#246;lkerung. Nur ein paar Stunden blieb Oberinspektor Reingruber in Hinterkaifeck, dann hat er den Tatort nie mehr gesehen. Als er zur&#252;ckfuhr, schien er sicher zu sein: Raubmord! Dabei fand man doch reichlich Geld und Wertgegenst&#228;nde im Totenhaus. Und h&#228;tte ein Einbrecher, der auf Geld aus ist, tats&#228;chlich so hasserf&#252;llt zugeschlagen? W&#228;re er nicht mit der Beute abgehauen, anstatt zu bleiben und das Vieh zu versorgen?</p>

	<p>Wom&#246;glich w&#228;re Konrad M&#252;ller, der selbst auf einem Bauernhof gro&#223; geworden ist, tats&#228;chlich besser in das l&#228;ndliche Milieu eingedrungen, wo man das B&#246;se bis heute lieber in der Fremde ansiedelt und wo sich hinter heilen Fassaden d&#246;rflichen Zusammenhalts Abgr&#252;nde auftun. Die ganze katholische Gegend tuschelte seit Jahren vom inzestu&#246;sen Treiben der Au&#223;enseiter von Hinterkaifeck. Im Mai 1915 zum Beispiel hatte das Landgericht Neuburg den alten Gruber wegen Blutschande zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt und seine Tochter Viktoria zu einem Monat. Das sexuelle Verh&#228;ltnis zum Vater hatte bestanden, seitdem sie 19 war. Die junge Frau lie&#223; sich sogar vom Alten freiwillig in einen Schrank sperren, bis der schroffe und geizige Mann die jungen Freier vertrieben hatte, die um ihre Hand anhalten wollten.</p>

	<p>Auch Ortssprecher Lorenz Schlittenbauer blitzte ab. Als Viktoria 1919 den kleinen Josef zur Welt brachte, gab er sich trotzdem als Vater aus; sp&#228;ter widerrief er das. Da hatte der zust&#228;ndige Waidhofener Pfarrer Michael Haas schon den S&#228;ugling unter Gruber, also unter dem Familiennamen des Gro&#223;vaters, ins kirchliche Geburtsregister eingetragen. Daneben schrieb er das Wort &#8222;illegitim&#8220;. Kriminaler M&#252;ller sagt: &#8222;Was in Hinterkaifeck passiert ist, war wie ein Gewitter, das langsam aufzieht und sich dann f&#252;rchterlich entl&#228;dt.&#8220;</p>

	<p>Vielleicht ist es genau diese Mischung aus Blutschande und Blutbad, welche &#8222;die Menschen hier seit Generationen umtreibt&#8220;, wie Peter Leuschner beschreibt. Der Journalist, Jahrgang 1947, stammt aus der Gegend, er ist gro&#223; geworden mit den Schauergeschichten, die bis heute die Runde machen. Zum 75. Jahrestag der Morde von Hinterkaifeck hat Leuschner das bisher umfassendste und fundierteste Buch zum Thema geschrieben. Der spannende Schm&#246;ker basiert auf den amtlichen Ermittlungsunterlagen. Schon ein halbes Jahr nach dem Erscheinen waren 10000 Exemplare verkauft. Ausstellungen haben sich schon mit dem Fall befasst, ein H&#246;rspiel und ein B&#252;hnenst&#252;ck wurden geschrieben und mehrere Filme gedreht.</p>

	<p>Solange das Gute nicht gesiegt hat, bohrt auch nach mehr als 80 Jahren ein Stachel im Bewusstsein der Menschen dieses Landstrichs rings um Ingolstadt. Neulich erst hat wieder einmal allein Mundpropaganda den Saal eines Dorfwirtshauses gef&#252;llt, in dem Kriminalkommissar M&#252;ller die Fakten von damals vortrug und hernach eine von ihm komponierte &#8222;Moritat&#8220; &#252;ber den sechsfachen Mord sang. &#8222;Hinterkaifeck ist l&#228;ngst ein Mythos geworden&#8220;, sagt Leuschner. Ganz so, wie andere gro&#223;e ungekl&#228;rte Kriminalf&#228;lle: K&#246;nig Ludwigs Ende im Starnberger See zum Beispiel oder der Mord am Findelkind Kaspar Hauser. Und wie unvermeidlich in solchen F&#228;llen bilden sich Legenden.</p>

	<p>Wie die vom bayerischen Russen. Als der Donau Kurier 1951 eine Serie &#252;ber den Kriminalfall druckte, tauchte ein Mann in der Redaktion auf. Er erz&#228;hlte von einem russischen Offizier, der ihn und andere deutsche Kriegsgefangene nach dem Zweiten Weltkrieg in sch&#246;nstem Bayrisch angesprochen und einige der Soldaten sogar aus dem Straflager entlassen habe mit dem ausdr&#252;cklichen Hinweis: &#8222;I bin der M&#246;rder von Hinterkaifeck.&#8220; Bis heute n&#228;hren sich daraus wilde Spekulationen.</p>

	<p>War Karl Gabriel, Viktorias Mann, gar nicht im Ersten Weltkrieg bei Verdun gefallen? Nahm der vielmehr eine falsche Identit&#228;t an und kehrte Jahre sp&#228;ter unbemerkt zur&#252;ck auf den Ein&#246;dhof? Sah er dort mit eigenen Augen, was seine Frau mit ihrem Vater trieb? Und rottete er sie deshalb alle aus, ehe er sich nach Russland absetzte?</p>

	<p>Die Polizei war von Anfang an &#252;berfordert. Manche m&#246;gliche Zeugen wurden &#252;berhaupt nicht oder erst nach vielen Jahren vernommen. Nach der Tatwaffe wurde nicht energisch gesucht; das blutverkrustete Werkzeug tauchte erst ein Jahr sp&#228;ter beim Abbruch des Ein&#246;dhofs auf. Widerspr&#252;che in den Aussagen, die seltsamen Vorg&#228;nge vor und nach der Tat &#8211; sie wurden kaum oder gar nicht hinterfragt. Ganz zu schweigen von den &#8222;oft falschen oder ungenauen Namen, den unvollst&#228;ndigen Protokollen oder den fehlenden Orts- und Zeitangaben&#8220;, die M&#252;ller in den Ermittlungsunterlagen ausgemacht hat.</p>

	<p>Emotionen gibt es bis heute zuhauf. Manche Familien leiden noch immer unter den Verd&#228;chtigungen gegen ihre Ahnen. Einige drohen gar all denen mit Rechtsanwalt und Gericht, die einen Vorfahren beschuldigen. Wer in Gr&#246;bern Einheimische nach Hinterkaifeck fragt, erh&#228;lt oft nur genervt-abweisende Ratschl&#228;ge wie &#8222;Lasst doch endlich den alten Schmarrn ruhen&#8220;. Misstrauische Blicke verfolgen den, der sich die 500 Meter vom Dorf hinaus aufmacht. Wo einst das Blut floss, wird heute Rollrasen f&#252;r Fu&#223;ballstadien gez&#252;chtet. Eine letzte stumme Zeugin ist jene Fichte, die damals schon hier gestanden haben muss. Nicht weit weg hat Konrad M&#252;ller eine Schautafel aufgestellt. In ein Luftbild hat er den Hof ma&#223;stabsgetreu eingezeichnet, und ein kurzer Text schildert, was einstmals hier geschah. Auch ein Marterl gibt es, das an die Hinterkaifecker erinnert, die in einem Massengrab auf dem Waidhofener Friedhof liegen: &#8222;Gottloser M&#246;rderhand fielen zum Opfer&#8230;&#8220;</p>

	<p><em>Die Aussage des Pfarrers</em></p>

	<p>&#8222;Man hat damals vers&#228;umt, ins unmittelbaren Umfeld einzudringen und dort konsequent zu ermitteln&#8220;, sagt Profiler Wiest. Er ist &#252;berzeugt: Mit heutigen Methoden w&#228;re der Mordfall Hinterkaifeck damals zu kl&#228;ren gewesen. Nach 80 Jahren aber helfe sogar modernste Kriminaltechnik nicht mehr. Asservaten mit etwaigen <span class="caps">DNA</span>-Spuren der T&#228;ter sind verbrannt oder l&#228;ngst verschwunden, genauso erging&#8217;s einem Gro&#223;teil der Akten. Die &#252;brig gebliebenen Unterlagen sind unvollst&#228;ndig. Warum fehlt in einem ansonsten l&#252;ckenlosen Aktenband ausgerechnet das Blatt mit der Aussage des Pfarrers Haas, dem Viktoria eine Woche vor ihrem Tod im Beichtstuhl 700 Goldmark zugesteckt hat?</p>

	<p>Konrad M&#252;ller sucht weiter Antworten auf solche Fragen. Er wird auch k&#252;nftig den Hinterkaifeck-Hof in &#214;l und Aquarell malen, wie er das schon dutzendfach getan hat. Er l&#228;sst weiter einen Moskauer Freund in dortigen Archiven nach dem bayerischen Russen suchen. Das Verlangen nach Gerechtigkeit treibt ihn nicht. &#8222;Der M&#246;rder&#8220;, sagt M&#252;ller, &#8222;ist zwangsl&#228;ufig schon lange tot&#8220;.</p>

	<p><em><br />
<p style="text-align: center">&nbsp;</p><br />
<p style="text-align: center">&nbsp;</p></p>

	<p><p style="text-align: center"><font size="4"><strong>Ein Lied zu Hinterkaifeck</strong></font><br />
Text von Konrad M&#252;ller</p>

	<p></p><p style="text-align: center">Ein Acker liegt am Waldesrand,<br />
wo einstmals Hinterkaifeck stand.<br />
Der Wind tr&#228;gt das Geschrei der Armen,<br />
erz&#228;hlt vom schlimmsten Mord vor Jahren.</p>

	<p></p><p style="text-align: center">Es war im Jahre 22,<br />
Blutschande lag am Ein&#246;dhaus.<br />
Als Ende M&#228;rz ein Schneesturm tobte,<br />
da wurd&#180; ein Leichentuch daraus.</p>

	<p></p><p style="text-align: center">Ein loses Rind br&#252;llt in der Nacht<br />
und lockt die Opfer aus der Ruh&#180;.<br />
Sechs Menschen werden umgebracht,<br />
der Tod schl&#228;gt unbarmherzig zu.</p>

	<p></p><p align="left" style="text-align: center">Die Schreckenstat bleibt unges&#252;hnt.<br />
Kein Stein vom Hof als Zeuge bleibt.<br />
kein Mensch hat je solch Straf&#180; verdient,<br />
der Wald steht schwarz und schweigt.</p>

	<p></p><p align="left" style="text-align: center"><strong><span style="color: #2000ff">Quellenhinweis und Fotos:<br />
2007 &#169; Bayerischer Rundfunk &#8211; Land und Leute, la Vita</span> </strong></p>

	<p></p></em></p>
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		<item>
		<title>▪ Eine Zeitzeugin erinnert sich&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Oct 2007 23:26:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Dokumente]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachfolgende Gespr&#228;che f&#252;hrte eine Bekannte des Users "Hauinolo" im September und Oktober 2007 mit ihrer Gro&#223;mutter, die in Waidhofen geboren wurde und bis 2003 dort wohnte.

Teil I - September 2007:

Kannst Du Dich eigentlich noch an den Fall Hinterkaifeck erinnern?
"Hinterkaifeck? Ja mei, warum willst denn des wissen Kind?"

Es gibt immer noch Menschen, die sich sehr f&#252;r [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[ 		<p>Nachfolgende Gespr&#228;che f&#252;hrte eine Bekannte des Users &#8220;Hauinolo&#8221; im September und Oktober 2007 mit ihrer Gro&#223;mutter, die in Waidhofen geboren wurde und bis 2003 dort wohnte.</p>

	<p>Teil I &#8211; September 2007:</p>

	<p><strong><em>Kannst Du Dich eigentlich noch an den Fall Hinterkaifeck erinnern?</em></strong><br />
&#8220;Hinterkaifeck? Ja mei, warum willst denn des wissen Kind?&#8221;</p>

	<p><strong><em>Es gibt immer noch Menschen, die sich sehr f&#252;r diesen Fall interessieren und immer noch versuchen herauszufinden, was sich damals ereignet hat?<br />
</em></strong>&#8220;Des ist doch scho so lang her. Die armen Seelen sollt mer ruhen lassen. Lebendig werdens doch nimmer.&#8221;</p>

	<p><strong><em>Schau mal Oma, da gibt es sogar ein Buch dar&#252;ber (sie zeigt die Leuschner-Bibel)</em><br />
</strong>&#8220;A Buch?&#8221;</p>

	<p><em>Nach anf&#228;nglichem Z&#246;gern interessiert Sie sich daf&#252;r. Die Fragestellerin &#252;berbl&#228;ttert die Tatortfotos, da sie ihr diese Bilder vorenthalten m&#246;chte. Auf der n&#228;chsten Seite sind die Bilder der S&#228;rge abgedruckt. Die Oma sieht das Bild lange an.<br />
</em><br />
&#8220;Mei, des is wirklich schlimm gwesen damals. Schlimm wars, schlimm wars&#8230;&#8221;</p>

	<p><strong><em>Hast Du die Hinterkaifecker gekannt Oma?<br />
</em></strong>&#8220;Kannt? Mei. Ob die &#252;berhaupt einer richtig kannt hat, wei&#223; i ned. In der Schul gwesen bin i mit der C&#228;lli. Die hab i scho kannt. Aber richtig befreundet sind mer net gwesen. Die Klara hats besser kannt, die war &#246;fter mal drau&#223;en in Kaifeck. Der Vater von der Klara hat se mitgnommen nach Kaifeck, wenn er mal drau&#223;en war.&#8221;</p>

	<p><strong><em>Was hat denn der Vater von der Klara in Hinterkaifeck gemacht?<br />
</em></strong>&#8220;Des wei&#223; i ned genau. Allerhand verscherbelt (verkauft) hat er, der Vater von der Klara.&#8221;</p>

	<p><strong><em>Lebt die Klara noch?<br />
</em></strong>&#8220;Die Klara? Naa, die is scho vor 15 Jahren gstorben in Ehekirchen, da is nach der Heirat hinzogen.&#8221;</p>

	<p><strong><em>Hat die Klara damals noch was erz&#228;hlt?<br />
</em></strong>&#8220;Na, viel gredet ham mer ned dr&#252;ber. Aber schlecht is ihr gangen damals nach dem Ungl&#252;ck. Lange Zeit war se ned in der Schule. So fr&#246;hlich wie zuvor war se au nimmer. War scho schlimm damals, sehr schlimm. Was die Klara damals scho erz&#228;hlt hat war, dass haltoft gestritten worden is in Hinterkaifeck.&#8221;</p>

	<p><strong><em>Wei&#223;t Du sonst noch was?<br />
</em></strong>&#8220;Die Gabriel, hie&#223; se doch, ge? Die hat im Kirchenchor gsungen, des wei&#223; i no. Die hab i &#246;fter gsehen wenn se gsungen haben in der Kirch, auf der Dult, beim Maibaumfest oder bei der Feuerwehr, wenns gfeiert ham. Bei der Feuerwehr, da war doch der Johann immer dabei. Da war mer oft. A fesche Person wars, a ganz a fesche. Deswegen wei&#223; i des no. So h&#252;bsch wollt ich au mal ausschauen, wenn i gro&#223; bin hab i mer immer dacht. Als Kind denkt mer halt so. Ja, sehr h&#252;bsch war se, sehr h&#252;bsch. Aber ernst gschaut hats oft. Hats halt au ned einfach ghabt daheim. I mein aber, dass die Mama Sie ned so gern gmocht hat. Die ham zam im Chor gsungen. Ja, so wars. Sp&#228;ter als alles gschehen is, hat die Mama immer gsagt, dass ihr des ganze dorf nachglaufen is.&#8221;</p>

	<p><strong><em>Wer war denn der Johann?</em></strong><br />
&#8220;Der Johann? Der Chef is er gwesen von der Feuerwehr. Also der Leutnant oder so (wahrscheinlich &#8220;Kommandant&#8221; der Freiwilligen Feuerwehr). Der Vater hat ihn gut kannt, war au oft bei uns gwesen oder in der Wirtschaft.&#8221;</p>

	<p><strong><em>Hat Deine Mama sonst noch was erz&#228;hlt?</em></strong><br />
&#8220;Sie hat sp&#228;ter immer gsagt, dass se des hat kommen sehen und dass des mal hat so enden m&#252;ssen in Kaifeck. Der Vater hat se immer gschimpft, dass se stad (ruhig) sei soll. Er will sein Frieden haben und gschehen is gschehen. Als ob er a weng Angst ghabt hat. Angst hab i au ghabt, das jemand kommt in der Nacht wie in Hinterkaifeck. Als Kind halt sowieso&#8230;&#8221;</p>

	<p><em>Sie fragt, ob noch andere Fotos im Buch sind. Beim Blick auf den Sigl sagt sie:</em></p>

	<p>&#8220;er hat au gehen m&#252;ssen, hat ma gsagt&#8230;&#8221;</p>

	<p><strong><em>Warum hat er gehen m&#252;ssen und wohin?</em></strong><br />
&#8220;Wegzogen is er, weil er Unruhe gstiftet hat, hat ma gsagt. &#8221;</p>

	<p><em>Sie sieht sich das Bilder vom Pfarrer Haas an und sagt:</em><br />
&#8220;Der Pfarrer, ja den kenn i au no. Des war au astrenger Herr. Datzn ham mer kriegt (Tatzen waren Strafen in Form von Schlagen eines Stockes auf die Fingerspitzen). Des kennts ihr nimmer. Warn halt andere Zeiten. Manchmal hab i mer denkt, da predigen se immer von N&#228;chstenliebe und dann sowas. Aber es war halt so. Heutzutage gibts des nimmer und des is scho gut so. Des gh&#246;rt sie ned&#8230;!&#8221;</p>

	<p><strong><em>F&#228;llt Dir sonst noch was ein?</em></strong><br />
&#8220;I hab ja noch nie was mit Toten zu tun ghabt. Und als Kind&#8230;An Kranz ham mer niederglegt am Grab f&#252;r die C&#228;lli, mir Kinder. Nacheinander sin mer hinglaufen ans Grab&#8230;&#8221;</p>

	<p><em>Sie stockt&#8230; und anscheinend geht es ihr sehr nahe, die Situation vor Augen. Das Gespr&#228;ch wird an dieser Stelle beendet.</em></p>

	<p><em>Abschliessend: <strong>Darf ich Dich vielleicht irgendwann mal wieder was fragen?</strong><br />
</em>&#8220;Mei, des darfst scho machen. Aber was bringts der denn? Lebendig werns doch au nimmer davon. Die Seelen m&#252;ssen a mal a Ruhe find&#8217;n&#8230;&#8221;</p>

	<p>Teil <span class="caps">II </span>- Oktober 2007:</p>

	<p>&#8220;Ich hab &#252;ber Deine Sachen noch nachdenken m&#252;ssen, was Du gsagt hast wegen Hinterkaifeck. I hab ja lang nimmer dr&#252;ber nachdacht. I glaub jetzt au, dass die Seelen kei Ruh finden, weils kei Gerechtigkeit kriegt haben.&#8221;</p>

	<p><strong><em>Du musst nicht dr&#252;ber reden, wenn Du nicht willst.</em></strong></p>

	<p>&#8220;Na, na, ich sag&#180;s dann scho, wenn&#180;s ma zviel wird.&#8221;</p>

	<p><strong><em>Was hat man denn damals in Waidhofen gesprochen nach dem Mord in Hinterkaifeck?</em></strong></p>

	<p>&#8220;Oh mei, als &#8220;Raubmord&#8221; hat mers verkaufen wollen, die Polizei hat des gsagt. A Raumord war des nie. Es is doch nix geraubt worden, hat die Mutter gsagt. Gred hat ma viel. Aber das des a Raubmord war, des hat keiner glaubt. A &#8220;Hass-Mord&#8221; is es gwesen, hat ma gsagt.&#8221;</p>

	<p><strong><em>Hat man jemanden bestimmten verd&#228;chtigt?</em></strong></p>

	<p>&#8220;Es is scho &#246;fter jemand verd&#228;chtigt worden.&#8221;</p>

	<p><em><strong>Ist der Name Schlittenbauer auch gefallen?</strong></em></p>

	<p>&#8220;Verraten h&#228;t er sich, hat&#180;s ghei&#223;en.&#8221;</p>

	<p><em><strong>Schau mal&#8230;</strong></em> <em>(zeigt ein Foto von Lorenz Schlittenbauer)</em></p>

	<p><em>Sie sieht das Bild l&#228;nger an.</em></p>

	<p>&#8220;Is er&#180;s ned? Wir a schaut! Der Vater hat immer gsagt:&#8221;Sei ruhig Mutter! No gehts uns gut und des soll au so bleiben.&#8221; Aufpasst hat er, der Vater, des hat mer gmerkt.&#8221;</p>

	<p><strong><em>Hat sich damals keiner was sagen trauen, das gibt es doch nicht?</em></strong></p>

	<p>&#8220;Mei, des war so. Was h&#228;ttens machen wollen? Es wollt ja keiner das was passiert. Und gwu&#223;t hat der Vater nix, hat er gsagt.&#8221;</p>

	<p><strong><em>Du hast doch gesagt, dass die Viktoria Gabriel, die h&#252;bsche Frau, im Kirchenchor mit Deiner Mutter gesungen hat. Gibt es da noch Fotos?</em></strong></p>

	<p>&#8220;Ja, da ham mer eins ghabt. Die Mutter mit&#180;m Kirchenchor und dem Pfarrer vor der Kirche. Des is bei uns in der Stub&#180;n gehangen, neben dem Kamin. Deswegen konnt i mer die Viktoria au &#246;fters anschauen.&#8221;</p>

	<p><strong><em>Wo ist denn das Foto? Hast Du das noch?</em></strong></p>

	<p>&#8220;Mei, als die Eltern gestorben sind, da hat ja von uns keiner mehr auf&#180;m Hof gwohnt. Vielleicht is es jetzt no aufm Speicher bei den ganzen Fotos und dem Geschirr mit den Uhren?&#8221;</p>

	<p><strong><em>D&#252;rfte ich mal im Speicher nach alten Fotos schauen, wenn es Dir nichts ausmacht?</em></strong></p>

	<p>&#8220;Des kannst scho machen. Vielleicht findst ja was.Musst mers halt zeigen, dann kann ich&#180;s dir sagen. Die Bilder kenn i scho no alle. Von der Feuerwehr hat der Vater au a Bild ghabt und von der Kirchweih und von uns halt. Aber soviel warens ned, des is ned billig gwesen.&#8221;</p>

	<p><strong><em>Stimmt es, dass Lorenz Schlittenbauer sich damals verraten hat? Wie denn?</em></strong></p>

	<p>&#8220;Des wei&#223; i ned genau. Verschw&#228;tzt hat er sich und des ned nur einmal, hams erz&#228;hlt. Sachen, die nur der M&#246;rder wissen konnt, hams gsagt.</p>

	<p>Und an Aufruhr hats geben im Dorf, des hat die Mutter sp&#228;ter &#246;fter erz&#228;hlt, weil er bei den S&#228;rgen mittragen hat, von der Kirch auf den Friedhof. Des is scheinheilig hats gsagt.&#8221;</p>

	<p><strong><em>Er hat die S&#228;rge mitgetragen?</em></strong></p>

	<p>&#8220;Ja, des warn mehrere, des wei&#223; i no. Der Josef war au dabei. (Anm.: Josef war wohl der Feuerwehrmann). Kalt wars! Gforen ham mer! April muss gwesen sei. Die Sach war scho schlimm.&#8221; <em>Sie h&#228;lt eine Zeitlang inne&#8230;</em></p>

	<p><strong><em>Was hat man denn &#252;ber die Leute von Hinterkaifeck so erz&#228;hlt? Stimmt das mit der Blutschande zwischen Vater und Tochter?</em></strong></p>

	<p>&#8220;I wei&#223; ned. Gsagt hat mers immer. Aber ob&#180;s halt freiwillig war? Der Johanna (wohl eine fr&#252;here Nachbarin in Waidhofen) ihr Vater hat sich au immer &#252;ber sie hergmacht. Bis se wegzogen is und verheiratet war. Des wei&#223; i, weils mer des viel sp&#228;ter selber erz&#228;hlt hat. A Tochter mach des doch ned freiwillig! I glaub, dass er&#180;s zwungen hat. Mutter hat&#180;s glaubt. Direkt gredet hat mer ja ned dr&#252;ber. Und im Chor wars doch. Des machts doch ned, wenns des freiwillig macht. Des gabs fr&#252;her &#246;fter, dass der Vater sich &#252;ber die T&#246;chter hergmacht hat.</p>

	<p><em>Das Gespr&#228;ch endet, da die Befragte Besuch erh&#228;lt.</em><em><strong>Nachtrag:</strong> Die&#160;Interviewte ist als eine der letzten lebenden Zeitzeugen im April 2008 im Alter von 94 Jahren verstorben.</p>

	<p></em></p>
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		<title>▪ Flurkarte von 1866, 1869 bzw. 1928</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Sep 2007 20:15:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Dokumente]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Flurkarte der Gegend um Schrobenhausen, die Lage des Hofes Hinterkaifeck ist mit einem Pfeil markiert. Einen Dank an "arschimedes" f&#252;r die Bereitstellung der Karte.



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			<content:encoded><![CDATA[ 		<p>Eine Flurkarte der Gegend um Schrobenhausen, die Lage des Hofes Hinterkaifeck ist mit einem Pfeil markiert. Einen Dank an &#8220;arschimedes&#8221; f&#252;r die Bereitstellung der Karte.</p>

	<p><a href="http://www.hinterkaifeck.net/wp-content/uploads/2007/09/flurkarte.jpg" title="flurkarte.jpg"><img src="http://www.hinterkaifeck.net/wp-content/uploads/2007/09/flurkarte.thumbnail.jpg" alt="flurkarte.jpg" /></a></p>

	<p><!--adsensestart--></p>
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