Personen: Gruber Andreas

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1 Allgemeines

1.1 Name

Andreas Gruber

1.2 Geboren

09.11.1858, wahrscheinlich in Grainstetten

1.3 Gestorben

31.03.1922 in Hinterkaifeck

1.4 Eltern

Vater: Andreas Gruber, Zimmermann und Gütler, * 04.07.1825, † 17.02.1902
Mutter: Martina Gruber, geb. Obermair (auch Obermayr), * 30.06.1831, † 08.02.1917

1.5 Geschwister

Michael Gruber , * 24.09.1861 in Grainstetten, † 25.04.1916
Bernhard Gruber, * 18.08.1863 in Grainstetten, † 19.08.1924 in Strobenried
Anna Gruber, * 25.07.1865 in Grainstetten, † 27.01.1868 in Schachach
Joseph Gruber, * 27.01.1868 in Grainstetten, † in Pfaffenhofen
Maria Anna Starringer, * 23.03.1875 in Grainstetten
und zwei weitere Kinder, die nicht überlebten

Der elterliche Hof wurde 1893 an den zweitältesten Sohn Michael übergeben.

1.6 Verheiratet mit

Cäzilia Gruber, *27.11.1849 in Gerolsbach - †31.03.1922 in Hinterkaifeck, geb. Sanhüter, verw. Asam
(siehe Ehevertrag)

1.7 Kinder

Viktoria Gabriel, geb. Gruber, * 6.2.1887 in Hinterkaifeck - †31.3.1922 ebenda.
Sophie Gruber, * 15.5.1889 um 3 Uhr früh in Hinterkaifeck, getauft am 15.5.1889 nachmittags - †26.2.1891 ebenda.
Notgetaufte Tochter unbekannten Namens, geb. am 01.09.1892 in Hinterkaifeck (10 Uhr nachts) und † 01.09.1892 ebenda, notgetauft durch Dr. Aschenbrenner.

1.8 Enkelkinder

Cäzilia Gabriel *09.01.1915 Hinterkaifeck - †31.03.1922 ebenda
Josef Gruber, *07.09.1919 Hinterkaifeck - †31.03.1922 ebenda


2 Leben/Beruf

Andreas Gruber schloss am 28.12.1885 mit der seit 21.5.1885 verwitweten Eigentümerin von Hinterkaifeck, Cäzilia Asam, geb. Sanhüter vor dem Notar Theodor Metzler in Schrobenhausen einen Ehe-und Erbvertrag. Es wurde allgemeine Gütergemeinschaft vereinbart.Damit war er Miteigentümer des Anwesens Hinterkaifeck.

Am 14.4.1886 heiratete er in Waidhofen Cäzilia Asam, Trauzeugen waren die Väter Andreas Gruber und Martin Sanhüter.

Er unterhielt gemäß Urteil des Landgericht Neuburg a. d. Donau in den Jahren 1907 bis 1910 ein Inzestverhältnis mit seiner Tochter Viktoria und durch Urteil des Landrichts Neuburg vom 22.5.1915 wurde er wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr verurteilt (Akten des Landgerichts Neuburg Str.P.Reg.No.105/15).

Am 11.3.1914 übergab er den Hof Hinterkaifeck an seine Tochter Viktoria und lebte seither auf dem Hof als Austragsbauer.

Er wurde am 10.09.1919 von Lorenz Schlittenbauer, seinem Nachbar, wegen Inzests angezeigt. Schlittenbauer soll der Vater seines unehelich geborenen Enkelsohns Josef Gruber (*07.09.1919) sein. Viktoria hatte angeblich gegenüber Schlittenbauer zugegeben, dass ihr eigener Vater, Andreas Gruber, auch als Vater in Frage kommen könnte.

Gruber kam am 13.09.1919 in Untersuchungshaft. Nachdem Lorenz Schlittenbauer am 25.09.1919 die Anzeige zurückgenommen hatte, kam Gruber am 27.09.1919 aus der Untersuchungshaft frei und übernahm am 30.09.1919 die Vormundschaft des Josef Gruber (Vormundschaftsakten des Amtsgerichts Schrobenhausen betreffend Gruber Josef V.V.216/19).

Am 08. Oktober 1919 stellte die Staatsanwaltschaft den Antrag Schlittenbauer eidlich zu vernehmen. Bei dieser eidlichen Vernehmung am 23. Oktober 1919 gab Schlittenbauer an, am 25. September gelogen zu haben und bestätigte stattdessen die Angaben aus der Anzeige. Nachdem die Staatsanwaltschaft am 31.12.1919 Klage erhoben hatte, wurden Gruber und Gabriel 1920 freigesprochen, da das Gericht bei dem Wechsel der Angaben des Schlittenbauer, trotzdem er schließlich seine belastenden Angaben auf Eid genommen hatte, dessen Aussage doch nicht als genügende Grundlage zu einer Verurteilung erachtete. Eine Entschädigung für erlittene Untersuchungshaft wurde dem Andreas Gruber nicht zugebilligt. (Akten des Landgerichts Neuburg a.D. Str.P.R.1920 No.9.)

2.1 Wohnort(e)

Grainstetten, Hinterkaifeck

3 Verbindung zum Mordfall Hinterkaifeck

Opfer von Hinterkaifeck

4 Aktenfundstücke