Zeitungsartikel: 1935-02-01 Salzburger Volksblatt

Aus Das Hinterkaifeck-Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Detailinformationen

Datum

01. Februar 1935

Ort

Art des Dokumentes

Zeitungsbericht

Verfasser

unbekannt

Verfasst für

Salzburger Volksblatt

Verfügbar

https://anno.onb.ac.at/

Inhalt

Der Mörder von Kaifeck.

Augsburg, 31. Jänner. Wie gemeldet, wurde in Deinhausen (Schwaben) der Gütler Josef Pfleger unter dem Verdachte verhaftet, vor dreizehn Jahren den bestialischen Mord in der Einöde Hinterkaifeck begangen zu haben, bei dem sechs Personen getötet wurden. Pfleger ist auf die Anzeige seiner Tochter hin verhaftet worden, die der Gendarmerie erklärte, der Vater habe ihr gegenüber ein Geständnis gemacht. Nach dieser Darstellung spielte sich der grausige Mord folgendermaßen ab: Pfleger war mit einem Genossen, der seither verstorben ist, in den Stall des Kaifeckers eingebrochen. Das Vieh geriet hiedurch in Unruhe, der Bauer erschien um nachzusehen, und wurde mit einer Hacke von den beiden Männern niedergeschlagen. Dann drangen die Männer in das Haus ein, wo ihnen die durch den Lärm erwachte Magd entgegentrat. Auch sie wurde niedergeschlagen. Darauf zertrümmerten die Unholde einem kleinen schlafenden Kinde den Schädel. Ein zweites Kind, das erwacht war und ihnen ahnungslos entgegenlief, erlitt das gleiche Schicksal. Ebenso erging es der Frau des Besitzers sowie dessen Mutter. Die Mörder schleppten dann die Opfer in den Stall und versteckten sie unter Streuh. Sodann machten sie es sich im Hause gütlich und verblieben daselbst drei Tage. Durch das Erscheinen des Postboten sahen sie sich schließlich veranlaßt, das Weite zu suchen. Den Tätern waren bedeutende Geldbeträge in die Hände gefallen, angeblich 1400 Mark. Pfleger stellte die Tat in Abrede und erklärt die Angaben seiner Tochter für Lüge. Der Mann ist wiederholt, u. a. wegen Sittlichkeitsdeliten, bestraft.


Offene Fragen/Bemerkungen